Archiv für die Kategorie „Steuern“
Samstag, 7. Januar 2012 von Rechtsanwältin Katrin Reinhardt
Das Bundesministerium für Finanzen sperrt sich gegen die Anwendung der Entscheidung BFH, Urteil vom 12.05.2011, Az. VI R 42/10 (hier). Es handele sich um eine - wie eigentlich immer - “Einzelfallentscheidung” und für eine eindeutige, zuverlässige und rechtssichere Einschätzung der Erfolgsaussichten eines Zivilprozesses bzw. der Motive der Verfahrensbeteiligten stünden der Finanzverwaltung keine Instrumente zur Verfügung. Was wir davon halten? Diese Weisung ist natürlich bürgernah. Anstatt geeignete “Instrumente” zu schaffen - notwendig ist nach der Entscheidung des BFH allein der Ausschluss von Willkür, so dass eine Regelanrechnung die Folge sein sollte - kommt nunmehr nur derjenige in den Genuss der höchstrichterlichen Entscheidung, der sich durch alle Instanzen klagt. Zum Volltext des BMF-Schreibens vom 20.12.2011 - IV C 4 - S 2284/07/0031- 002 - (2011/1025909): (more…)
Schlagworte:außergewöhnliche Belastungen, BFM, Bundesfinanzministerium, Finanzbehören, Schreiben, Weisung, Zivilprozesskosten Veröffentlicht in Gesetzgebung, Steuern | Keine Kommentare »
Montag, 14. November 2011 von Rechtsanwalt Dr. Ole Damm | Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz und Fachanwalt für IT-Recht
BFH, Urteil vom 30.06.2011, Az. V R 3/07
§ 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG
Der BFH hat entschieden, dass es sich bei dem Verkauf von Popcorn u.a. in einem Kino um eine Lieferung handelt, welche nicht dem Regelsteuersatz, sondern der ermäßigten Umsatzsteuer unterliegt. Zuvor war das Finanzgericht von einer Dienstleistung ausgegangen, die dem Regelsteuersatz unterliege, weil im Foyer des Kinos Stehtische, Barhocker oder andere Sitzgelegenheit vorhanden seien, so dass nach Auffassung des Gerichts keine Lieferung (”zum Mitnehmen”) erfolgt sei, sondern Speisen zum Verzehr an Ort und Stelle ausgegeben wurden. Im Wege der Vorabentscheidung entschied der EuGH, dass eine Lieferung vorliege, wenn keine Dienstleistungen, die der Lieferung der Nahrungsmittel voraus- und mit ihr einhergehen, überwiegen. Dies sei bei einem Kino mit Sitzgelegenheiten im Foyer nicht der Fall. Dementsprechend qualifizierte der Senat die Abgabe von Popcorn und Nachos auch bei Vorhandensein von Sitzgelegenheiten (wo selbige verzehrt werden könnten) als Lieferung. Zum Volltext der Entscheidung:
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Schlagworte:BFH, Bundesfinanzhof, ermäßigt, EuGH, Europäischer Gerichtshof, Kino, Lebensmittel, Lieferung, Steuern, Steuersatz Veröffentlicht in Steuern, Urteile & Beschlüsse | Keine Kommentare »
Montag, 29. August 2011 von Rechtsanwältin Katrin Reinhardt
BGH, Urteil vom 01.09.2010, Az. StbSt (R) 2/10
§ 57 Abs. 1 StBerG, § 57a StBerG
Der BGH hat entschieden, dass der aus dem Gattungsbegriff der Steuerberatung und einem regional eingegrenzten Tätigkeitsgebiet kombinierte Domainname www.steuerberater-suedniedersachsen.de bei dem - insoweit korrespondierend mit den Kriterien des allgemeinen Wettbewerbsrechts - maßgeblichen durchschnittlich informierten und verständigen Verbraucher, der das fragliche Werbeverhalten mit einer der Situation angemessenen Aufmerksamkeit verfolgt, nach der Lebenserfahrung nicht die Gefahr einer Irreführung bewirken kann. Dementsprechend war der Steuerberater von dem Vorwurf eines Verstoßes gegen das Gebot gewissenhafter Berufsausübung unter Verzicht auf berufswidrige Werbung (§ 57 Abs. 1 StBerG) freizusprechen. Zum Volltext der Entscheidung: (more…)
Schlagworte:Berufspflicht, Berufspflichtverletzung, berufswidrige Werbung, BGH, Bundesgerichtshof, Domain, Steuerberater, steuerberater-suedniedersachsen.de, unzulässig, Urteil, verboten, Verletzung, Werbung Veröffentlicht in Domains News+Recht, Steuern, Urteile & Beschlüsse | Keine Kommentare »
Dienstag, 19. Juli 2011 von Rechtsanwältin Katrin Reinhardt
BFH, Urteil vom 12.05.2011, Az. VI R 42/10
§ 33 Abs. 1 EStG
Der BFH hat laut Pressemitteilung 52/11 vom 13.07.2011 entschieden, dass Zivilprozesskosten als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig sind, wenn sich der Steuerpflichtige nicht mutwillig oder leichtfertig auf den Prozess eingelassen hat. Er muss diesen vielmehr unter verständiger Würdigung des Für und Wider - auch des Kostenrisikos - eingegangen sein. Demgemäß sind Zivilprozesskosten nicht unausweichlich, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung aus Sicht eines verständigen Dritten keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bot. Zum relevanten Text der Entscheidung:
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Schlagworte:absetzbar, außergewöhnliche Belastung, BFH, Bundesfinanzhof, steuerlich, Steuerrecht Veröffentlicht in Steuern, Urteile & Beschlüsse | Keine Kommentare »
Freitag, 1. Juli 2011 von Rechtsanwältin Katrin Reinhardt
BFH, Urteil vom 22.06.2006, Az. VI R 5/03
§§ 9 Abs. 1 S.1; 10 Abs. 1 S.1, Abs. 1 Nr. 7 EStG
Der BFH hat in diesem älteren Urteil entschieden, dass eine Vertragsstrafe (hier im Rahmen eines Ausbildungsverhältnisses) als “Erwerbsaufwendung” zu werten ist und somit im Rahmen der Werbungskosten oder Betriebsausgaben einkünftemindernd zu berücksichtigen ist. Zitat:
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Schlagworte:Betriebsausgabe, BFH, Bundesfinanzhof, Erwerbsaufwendung, erwerbsmindernd, Urteil, Vertragsstrafe, Werbungskosten Veröffentlicht in Steuern, Urteile & Beschlüsse | Keine Kommentare »
Dienstag, 18. Januar 2011 von Rechtsanwältin Katrin Reinhardt
FG Baden-Württemberg, Urteil vom 22.09.2010, Az. 1 K 3016/08
§ 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG
Das FG Baden-Württemberg hat entschieden, dass ein als “Privatverkäufer” angemeldetes eBay-Mitglied, dass innerhalb von 3 1/2 Jahren ca. 1200 Verkäufe über “Gebrauchsgegenstände” (u.a Steiff-Teddybären) abwickelt, der Umsatzsteuerpflicht unterliegt. Dies ist insbesondere insoweit von erheblicher Relevanz, als dass wohl die überwiegende Anzahl der Verkäufer bei eBay als “privat” angemeldet ist. Zum Volltext der Entscheidung: (more…)
Schlagworte:Dr. Damm & Partner, Dr. Damm und Partner, Dr. Ole Damm, FG, FG Baden-Württemberg, Finanzgericht, Katrin Reinhardt, nachhaltig, Nachhaltigkeit, Umsätze, Umsatzsteuer, Umsatzsteuerpflicht, umsatzsteuerpflichtig, Urteil Veröffentlicht in Steuern, Urteile & Beschlüsse | Keine Kommentare »
Montag, 17. Januar 2011 von Rechtsanwältin Katrin Reinhardt
BFH, Urteil vom 29.06.1987, Az. X R 23/82
§ 2 Abs. 1 UStG (1967)
Der BFH hat mit diesem schon betagteren Urteil entschieden, dass ein Briefmarkensammler, der mit dem Verkauf einer Briefmarkensammlung einen Gesamterlös von 386.000 DM erzielt, gleichwohl nicht im steuerrechtlichen Sinne “nachhaltig tätig” sein muss und dementsprechend auch nicht notwendigerweise als umsatzsteuerpflichtig zu behandeln ist, wenn er im Rahmen einer aus privaten Neigungen begründeten und fortgeführten Sammlung Einzelstücke in der Art des Wegtauschens veräußert und Teile der Sammlung umschichtet oder die Sammlung teilweise oder vollständig veräußert. (more…)
Schlagworte:BFH, Briefmarken, Briefmarkensammlung, Bundesfinanzhof, Dr. Damm & Partner, Dr. Damm und Partner, Dr. Ole Damm, Händler, Katrin Reinhardt, nachhaltig tätig, nachhaltige Tätigkeit, Umsatzsteuerpflicht, umsatzsteuerpflichtig, Urteil Veröffentlicht in Steuern, Urteile & Beschlüsse | Keine Kommentare »
Donnerstag, 13. Januar 2011 von Rechtsanwältin Katrin Reinhardt
LG Hamburg, Urteil vom 16.09.2010, Az. 327 O 507/10
§§ 3, 4 Nr. 11, 8 Abs. 1 UWG; 33 Abs. 1, 34 Satz 4, 23 Abs. 1 PostG; 4 Nr. 11b UStG
Das LG Hamburg hat entschieden, dass Regelungen zur Umsatzsteuerbefreiung, vorliegend bezüglich Leistungen der Postzustellung, ebenso wie andere steuerrechtliche Vorschriften keine Marktverhaltensregelungen sind, die einen wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsanspruch rechtfertigen könnten. Zweck der steuerrechtlichen Regelung sei es, das Gemeinwesen zu finanzieren, nicht die Interessen von Marktteilnehmern zu schützen. Die Parteien stritten sich um die Umsatzsteuerpflichtigkeit von förmlichen Postzustellungsaufträgen. Das Gericht erklärte, dass zwar, soweit in einem Wirtschaftsbereich die Preise staatlich geregelt oder doch einer staatlichen Genehmigung unterworfen seien, derartige Regelungen Marktverhaltensregelungen zum Schutze der Verbraucher und sonstigen Marktteilnehmer darstellten. Dies betreffe jedoch nur die Nettoentgelte der Postleistungen, die von der Regulierungsbehörde bestimmt bzw. genehmigt würden. Die Umsatzsteuerpflicht sei davon unberührt und nach § 4 Nr. 11b UStG zu bestimmen. Diese erstrecke sich nach Ansicht des Gerichts auch auf förmliche Postzustellungsaufträge. Die - nicht ganz unkomplizierte - Regelung lautet:
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Schlagworte:Abmahnung, Dr. Damm & Partner, Dr. Damm und Partner, Dr. Ole Damm, Hamburg, Katrin Reinhardt, Landgericht, LG, Marktteilnehmer, Marktverhaltensregel, Post, Postzustellung, Umsatzsteuer, Umsatzsteuerbefreiung, Unterlassung, Wettbewerbsverstoß Veröffentlicht in Steuern, Urteile & Beschlüsse, Wettbewerbsrecht | Keine Kommentare »
Sonntag, 18. Juli 2010 von Rechtsanwältin Katrin Reinhardt
AG Meldorf, Beschluss vom 08.09.2009, Az. 83 C 767/09
§ 280 BGB; § 19 UStG
Das AG Meldorf hat entschieden, dass ein Käufer von dem Verkäufer nicht Erstattung der zu Unrecht ausgewiesenen Umsatzsteuer verlangen kann, insbesondere nicht aus § 280 BGB. Wenn der Beklagte in seiner Rechnung zu Unrecht Umsatzsteuer ausgewiesen habe, könne darin zwar die Verletzung einer vertraglichen Nebenpflicht liegen. Die Klägerin könne aufgrund dessen aber nur verlangen, so gestellt zu werden, wie wenn die Rechnung ordnungsgemäß ausgestellt worden wäre. Da die Klägerin in diesem Fall ebenfalls 8.000,00 EUR (brutto wie netto) hätte zahlen müssen, sei ihr ein Schaden nicht entstanden. (more…)
Schlagworte:AG, Amtsgericht, Beschluss, Kauf, Meldorf, Rechnung, Schadensersatz, Umsatzsteuer, umsatzsteuerpflichtig, Verkauf Veröffentlicht in Steuern, Urteile & Beschlüsse, Vertragsrecht | Keine Kommentare »
Donnerstag, 1. Juli 2010 von Rechtsanwalt Dr. Ole Damm | Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz und Fachanwalt für IT-Recht
FG Düsseldorf, Urteil vom 09.07.2009, Az. 16 K 572/09 E
§§ 47 Abs. 1 Satz 1; 52a; 64 Abs. 1 FGO; ERVVO
Das FG Düsseldorf hat entschieden, dass eine Klage im Wege der Übersendung der Klageschrift per E-Mail erhoben werden kann, soweit dies innerhalb der Klagefrist erfolgt. Die Voraussetzungen für eine elektronische Kommunikation mit dem FG seien allesamt erfüllt. Der elektronische Rechtsverkehr mit dem FG sei in Nordrhein-Westfalen durch die “Verordnung über den elektronischen Rechtsverkehr bei den Verwaltungsgerichten und den Finanzgerichten im Lande Nordrhein-Westfalen” (künftig ERVVO, veröffentlicht im Gesetz- und Verordnungsblatt NRW vom 16.12.2005 Nr. 43, 926 ff.) eröffnet. Darüber hinaus entspreche die E-Mail auch den durch die ERVVO gesetzten Anforderungen. Hierzu gehöre nicht, dass der E-Mail eine qualifizierte digitale Signatur beizufügen sei. Zum Volltext der Entscheidung: (more…)
Schlagworte:Düsseldorf, E-Mail, Einreichung, email, Erhebung, FG, Finanzgericht, Frist, fristwahrend, Klage, Klageerhebung, zulässig, Zulässigkeit Veröffentlicht in Sonstige, Steuern, Urteile & Beschlüsse | Keine Kommentare »
Dienstag, 25. Mai 2010 von Rechtsanwältin Katrin Reinhardt
BGH, Urteil vom 02.12.2009, Az. I ZR 152/07
§§ 3 Abs. 1, 4 Nr. 11 UWG (2008); 65 Nr. 3 AO
Der BGH hat entschieden, dass der Verstoß gegen steuerrechtliche Vorschriften grundsätzlich nicht gleichzeitig einen Wettbewerbsverstoß darstellt. Ein Wettbewerbsverstoß könne nur dann angenommen werden, wenn einer gesetzlichen Regelung zuwider gehandelt werde, die gleichzeitig eine so genannten Marktverhaltensregelung darstelle. D.h. die Regelung müsse gerade dem Zweck dienen, im Interesse der Marktteilnehmer gleiche Voraussetzungen für die auf dem Markt tätigen Wettbewerber zu schaffen. Dies treffe auf steuerrechtliche Regelungen nicht zu. Ihr Zweck beschränke sich im Normalfall darauf, die Finanzierung des Gemeinwesens zu ermöglichen. Steuerrechtliche Vorschriften regelten insoweit nicht das Marktverhalten, sondern lediglich das Verhältnis zwischen dem Hoheitsträger und dem Steuerpflichtigen. Sie bezweckten grundsätzlich auch nicht den Schutz der Interessen der Marktteilnehmer.
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Schlagworte:BGH, Bundesgerichtshof, Marktverhaltensregelung, Steuer, Steuern, Steuerrecht, Wettbewerbsrecht, Wettbewerbsverstoß Veröffentlicht in Steuern, Urteile & Beschlüsse, Wettbewerbsrecht | Keine Kommentare »
Dienstag, 18. Mai 2010 von Rechtsanwältin Katrin Reinhardt
FG Köln, Urteil vom 20.04.2010, Az. 8 K 3038/08
§§ 22, 23 EStG
Das FG Köln hat entschieden, dass der Verkauf einer Internet-Domain nicht der Einkommensteuer im Sinne von “Sonstigen Einkünften” unterliegt. Der Kläger, der ansonsten Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit erzielte, erhielt für den Verkauf einer Domain an eine GmbH einen Betrag in Höhe von 15.000 EUR. Gegen den Bescheid, der diesen Betrag besteuerte, legte der Kläger Einspruch ein. Er macht geltend, dass es noch offen sei, ob es sich beim Verkauf der Domain um ein Patent handele und somit Einkünfte gemäß § 22 EStG vorlägen, oder ob es sich um ein immaterielles Wirtschaftsgut handele und somit um steuerfreie Einkünfte gemäß § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG. Das Gericht stufte den Verkauf eines Domain-Namens als einen Veräußerungsvorgang und nicht als eine Leistung im Tätigkeitsbereich oder im Bereich der Nutzung des Vermögens ein. Bei einem Domain-Namen handele es sich darüber hinaus - auch nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs - um ein immaterielles Wirtschaftsgut, das einem gewerblichen Schutzrecht inhaltlich vergleichbar sei.
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Schlagworte:Domain, Einkommensteuer, FG, Finanzgericht, immaterielles Wirtschaftsgut, Köln, privates Veräußerungsgeschäft, sonstige Einkünfte, Verkauf Veröffentlicht in Domains News+Recht, Steuern, Urteile & Beschlüsse | Keine Kommentare »
Donnerstag, 12. November 2009 von Rechtsanwalt Dr. Ole Damm | Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz und Fachanwalt für IT-Recht
In einem aktuellen Artikel berichtet Axel Gronen, dass eBay Deutschland auf Anfrage (!) dem Finanzamt die Daten aller Verkäufe eines Mitglieds seit dem Jahr 1995 übermittele. Gronen weiter: “Allerdings war mir bisher neu, dass das Finanzamt auch über alle über eBay getätigten Einkäufe informiert wird. Nun berichtete mir aber ein Leser, dass er im Rahmen einer Betriebsprüfung auch seine privaten Einkäufe erklären sollte: Er hatte unter anderem bei eBay einen Oldtimer für eine fünfstellige Summe ersteigert.” Was wir davon halten? (more…)
Schlagworte:Betriebsprüfung, Daten, Deutschland, eBay, Finanzamt, privat, Privateinkäufe, Steuerdaten Veröffentlicht in EBAY News+Recht, Steuern | Keine Kommentare »
Mittwoch, 4. November 2009 von Rechtsanwältin Katrin Reinhardt
Finanzgericht Münster, Urteil vom 05.06.2009, Az. 5 K 3002/05 U
§§ 4 Nr. 8 Buchst. g, 4 Nr. 10 Buchst. b UStG
Das FG Münster hat entschieden, dass bei der Gewährung einer eigenständigen Garantie durch den Händler (nicht durch den Hersteller) diese Garantie für den Händler umsatzsteuerpflichtig ist. Im entschiedenen Fall handelte es sich um ein “Garantiepaket”, dass der Käufer eines Automobils von der Klägerin zusätzlich erwerben konnte. Die Klägerin war der Auffassung, dass auf den Teil des erhaltenen Entgeltes, der auf die Eigengarantie entfallen sei, keine Steuer erhoben werden könne, da es sich um Leistungen des § 4 UStG handele (nämlich um die Übernahme von Verbindlichkeiten, von Bürgschaften und anderen Sicherheiten sowie die Vermittlung dieser Umsätze oder/und um Leistungen, die darin bestehen, dass anderen Personen Versicherungsschutz verschafft wird). Dem folgte das Gericht nicht und ging davon aus, dass die Eigengarantie eine unselbständige Nebenleistung zum Gebrauchtwagenverkauf darstelle und eine Aufteilung der Umsätze daher nicht in Betracht komme.
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Schlagworte:FG, Finanzgericht, Garantie, händlereigene, Münster, Steuer, Umsatzsteuer, Umsatzsteuerpflicht Veröffentlicht in Steuern, Urteile & Beschlüsse, Vertragsrecht | Keine Kommentare »
Dienstag, 11. August 2009 von Rechtsanwältin Katrin Reinhardt

Zu den Veröffentlichungen der Kanzlei Dr. Damm & Partner zählt nunmehr auch das in dem “Steuerberater Branchenhandbuch” der Firma Stollfuß Medien mit der 110. Lieferung (April 2009) erschienene Kapitel “Onlinehandel” von Rechtsanwalt Dr. Ole Damm. Das Kapitel (Bd. 3) gibt anhand repräsentativer statistischer Daten einen guten Überblick über die Marktsituation und -chancen des Onlinehandels in Deutschland. Die Veröffentlichung des Branchenhandbuchs erfolgt in Verbindung mit dem Deutschen Steuerberaterinstitut e.V., dem Fachinstitut des Deutschen Steuerberaterverbandes e.V., Berlin. Das aus vier Bänden bestehende Gesamtwerk fasst eine Vielzahl von Branchendaten zusammen und ist als Loseblatt-Sammlung zum Preis von 180,00 EUR (ISBN 978-3-08-176200-5) erhältlich (JavaScript-Link: Steuerberater Branchenhandbuch). Eine Leseprobe findet sich hier (JavaScript-Link: Leseprobe).
Schlagworte:Autor, Daten, Dr. Damm, Dr. Ole Damm, eBusiness, eCommerce, Onlinehandel, Statistik, Steuerberater Branchenhandbuch, Stollfuß, Stollfuß Medien, Verlag Veröffentlicht in Kanzlei intern, Sonstige, Steuern | Keine Kommentare »
Dienstag, 21. Juli 2009 von Rechtsanwalt Dr. Ole Damm | Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz und Fachanwalt für IT-Recht
BGH, Urteil vom 14.07.2009, Az. VIII ZR 165/08
§ 546 Abs. 1 BGB
Der BGH hat entschieden, dass der Vermieter einer Wohnung es nicht dulden muss, wenn der Mieter - nach außen hin erkennbar - die Wohnung zum Betrieb seiner freiberuflichen Tätigkeit oder eines Gewerbes nutzt. Dies gelte insbesondere dann, wenn der Mieter in der betreffenden Wohnung Angestellte für sich arbeiten lasse. Im vorliegenden Fall ging es um einen Immobilienmakler, der seine Geschäfte aus der Mietwohnung heraus betrieb und vom Vermieter auf Räumung der Wohnung in Anspruch genommen worden war. Eine Ausnahme, so der Senat, sei lediglich für den Fall anzunehmen, dass die gewerbliche Nutzung der Wohnung über den üblichen Nutzungsumfang einer privaten Wohnung nicht hinausgehe; hier könne der Vermieter allerdings gemäß § 242 BGB verpflichtet sein, eine teilgewerbliche Nutzung zu erlauben.
Für Onlinehändler, die in der Existenzgründungsphase die Mietwohnung zur umfangreichen Einlagerung von Paketen nutzen und ggf. regen Kundenempfang zu verzeichnen haben, deuten sich mit diesem Urteil schwierige Zeiten an. Dem Wohnzimmerhändler wird das Leben deutlich erschwert. (JavaScript-Link: Pressemitteilung).
Schlagworte:Ausübung, BGH, Bundesgerichtshof, gewerbliche, Mietwohnung, Nutzung, Urteil, Wohnung Veröffentlicht in Steuern, Urteile & Beschlüsse | Keine Kommentare »
Donnerstag, 26. März 2009 von Rechtsanwalt Dr. Ole Damm | Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz und Fachanwalt für IT-Recht
BFH, Urteil vom 17.12.2008, Az. XI R 62/07
§ 14 Abs. 4 S. 1 Nr. 6 UStG (2005)
Der Bundesfinanzhof hat in diesem Urteil die Pflichtangaben benannt, die eine Rechnung enthalten muss, um zum Vorsteuerabzug zu berechtigen. Insbesondere betonten die Richter, dass die Angabe des Lieferzeitpunktes zwingend ist, auch wenn er mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung überein stimmt. Eine Ausnahme besteht lediglich gemäß § 14 Abs. 5 S. 1 UStG, wenn das Entgelt für eine noch nicht ausgeführte Lieferung vereinnahmt wird. Trotz der im Jahre 2005 noch leicht missverständlichen Formulierung des Gesetzestextes ist bei vorhergehender Lieferung der Zeitpunkt immer anzugeben, da sonst für das Finanzamt nicht erkennbar ist, ob der Zeitpunkt mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung übereinstimmt oder ob er aus einem anderen Grund fehlt. Die zwingende Angabe des Lieferzeitpunkts wurde vom BFH auch nicht als unverhältnismäßig angesehen, da die Finanzämter diese Angabe benötigten, um die korrekte Erhebung der Umsatzsteuer sicherzustellen. Der Leistungsempfänger werde dadurch auch nicht benachteiligt, da er bei fehlendem Lieferzeitpunkt jederzeit vom ausstellenden Unternehmen eine korrigierte Rechnung verlangen kann.
Schlagworte:Ausstellungsdatum, BFH, Bundesfinanzhof, Lieferung, Lieferzeitpunkt, Rechnung, Umsatzsteuer, Vorsteuer, Vorsteuerabzug Veröffentlicht in Steuern, Urteile & Beschlüsse | Keine Kommentare »
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