Da das Geschäft mit Abmahnungen wieder zu florieren scheint, besteigen zunehmend wildgewordene Privatpersonen den Abmahnungszug in Erwartung goldener Pfründe. Die dabei zu Tage tretenden Geschäftsideen sind von vornehmster Güte. So berichten die Kollegen vom Shopbetreiber-Blog am 22.03.2010 über einen Blumenhändler aus Bingen am Rhein, der Online-Shops ungefragt per Brief anschrieb und den Empfängern mitteilte, dass Ihr Geschäftsbetrieb gegen die Preisangabenverordnung verstoße. In welcher Form wurde dem Empfänger vorenthalten. Näheres konnten diese aus einem zweiten Schreiben erfahren, für das 68,50 EUR zu berappen waren.

Der Blumenhändler grüßte mit vorzüglicher Hochachtung und dem Hinweis „Gerne informieren wir Sie bei Bedarf in einem weiteren Schreiben über die genaue Rechtsverletzung, die wir bei Ihnen gefunden haben. Sie erhalten dazu sowohl einen bildlichen Ausdruck Ihres Verstoßes, als auch eine Empfehlung, wie Sie diesen beseitigen können. So haben Sie die Möglichkeit, den Verstoß ohne Abmahnung und Unterlassungserklärung zu beheben. Wie berechnen Ihnen für diese Beratung lediglich eine einmalige Kostenpauschale in Höhe von 68,50 Euro*, welche Sie erst nach Erhalt der Informationen zahlen müssen. Bei Interesse senden Sie bitte dieses Schreiben an obige Adresse per Post, Fax oder E-Mail zurück.„.

Selbstverständlich vergaß der createur de fleurs  nicht, in der Fußzeile den begangenen Verstoß gegen das Gesetz über außergerichtliche Rechtsdienstleistungen in Abrede zu stellen („… ist ein Dienstleistungsunternehmen, wir geben keine verbindliche Rechtsberatung.“).

Was wir davon halten? Wer nicht bereit ist, für fundierte Rechtsberatung den entsprechenden Preis zu zahlen und die Katze im Sack kaufen mag, wird damit glücklich werden. Die gelieferte Katze dürfte bei der gesamten Herangehensweise aber eher tot sein. Eine Regressnahme ist ohnehin ausgeschlossen. Und so ist es erfreulich, dass die Website  dem Vernehmen nach auch schon vom Netz genommen wurde.